Referenz · Marketing

Extraktion von Marketingmerkmalen aus einem Legacy-Datensystem

Erfolgreicher Weg aus der Legacy-Falle: Komplexes AS400-System mit 4300 Artefakten entwirrt und in eine verständliche Struktur überführt.

Inhalt
  1. Ausgangslage
  2. Lösung
  3. Vorgehen
  4. Mehrwert

Ausgangslage

Für Marketingzwecke wurden jede Nacht einige Millionen Datensätze aus dem ERP-System extrahiert und mittels eines Batch-Prozesses, pro Kunde 420 Marketingmerkmale ermittelt. Diese wurden dann von verschiedenen Marketing-Instrumenten für gezielte Werbung eingesetzt.

Lösung

Dieser Batch-Prozess wurde über die letzten 30 Jahre durch ein externes Beraterteam entwickelt und laufend gepflegt. Durch Aufgabe der Geschäftstätigkeit dieses Teams musste der Kunde innert Jahresfrist die Applikation kennenlernen und für den weiteren Betrieb übernehmen. Dies wurde dadurch erschwert, da das System AS400 SQL-basiert war, ein System, das nicht mehr verbreitet war.

Der beschriebene Batchprozess bestand zu diesem Zeitpunkt aus rund 4300 Artefakten (Batch-Programme, AS400-DB2-Tabellen, SQL-Skripts u.a.). Die Zusammenhänge dieses Systems waren nicht im Detail bekannt, was den Kunden verunsichert und das Risiko der geschäftskritischen Applikation in Frage gestellt hat. Es lag auf der Hand eine Analyse zu machen, um den Fortbestand der Applikation zu sichern und möglicherweise eine Ablösung der bestehenden Applikation zu gewährleisten.

Vorgehen

Die Lösung wurde in mehreren Schritten vorgenommen:

  1. Durch Object Engineering GmbH wurden eine Grobanalyse und ein Lösungskonzept erstellt. Darin wurde aufgezeigt, wie eine Migration durchgeführt werden kann und welche moderne Zielarchitektur dafür in Frage käme.
  2. Ein externer Lieferant wurde für die Weiterführung und Ablösung des Batch-Systems beauftragt.
  3. Innerhalb des zweiten Schrittes wurde Object Engineering GmbH mit der detaillierten Analyse aller vorhandenen Komponenten und deren gegenseitigen Abhängigkeiten beauftragt.
Abhängigkeiten zwischen SQL-Scripts (blau) und Datenbank-Tabellen/Felder (grün)

Mehrwert

Für die zweite detaillierte Analyse wurden alle verfügbaren Komponenten gesammelt und in einem ersten Schritt ein paar wenige dieser manuell untersucht. Daraus wurde ein Metadaten-Modell erstellt. In einem weiteren Schritt wurden alle vorhandenen Komponenten mit der spezialisierten Code-Analyse-Software von Object Engineering eingelesen und die groben Abhängigkeiten aufgezeigt. Dies führte dazu, dass die wirklichen Abhängigkeiten ermittelt und die 4300 Artefakte auf 1700 Komponenten reduziert werden konnten.

In einem weiteren Schritt wurden die verbleibenden Artefakte noch detaillierter analysiert, so dass man bis auf Feldebene die Abhängigkeit ermitteln konnte. Durch den Durchlauf mit weiteren Analyse-Programmen konnte eine vollständige Abhängigkeitsmatrix (Adjazenzmatrix) für jedes der Marketingmerkmale erstellt werden.

Darin wurden die beteiligten Schnittstellen ausgewiesen:

  • Tabellen und Felder (gelesen/geschrieben) (DB2)
  • SQL-Skripts/Programme (AS400 SQL)
  • Job Control Skripts (AS 400 CLP)

Durch verschiedene Darstellungsarten mit Graphen und Tabellen konnten die Abhängigkeiten verständlich dargestellt und darin auch interaktiv navigiert werden.

Wie ein Metadaten-Modell solche Analysen trägt, zeigt der Fachartikel zum metadaten-basierten Reengineering

Der Baustein hinter dieser Referenz

System Discovery

Die System Discovery liest jede Schicht eines Systems – Code, Konfigurationen, Datenbankschemas, Prozessdefinitionen, Excel-Listen – und verbindet sie zu einem Wissensgraphen. Ihre Fachleute und Ihre KI-Werkzeuge können ihn direkt befragen. Typischerweise dauert sie zwei bis sechs Wochen.

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